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Friedensarmee
Kunst kann Brücken schlagen
Kunst kann Brücken schlagen zwischen Kulturen, zwischen
Völkern und Menschen. Und manchmal reicht der kleinste
gemeinsame Nenner aus, um einem Kunstwerk mit lokalem Bezug
eine universell gültige Aussage zu geben.
Etwa
der "Friedensarmee", den 111 lebensgroßen,
aus Holz angefertigten Gardisten der beiden Kölner
Künstler Anton Fuchs und Heike Haupt. Anlässlich
des 111-jährigen Bestehens ihres Reiterkorps wurden
die grün-gelb uniformierten Figuren von der Ehrengarde
der Stadt Köln in Auftrag gegeben - hölzerne Botschafter
einer "Armee", die Freude bringt, nicht Leid,
die Bonbons wirft statt scharf zu schießen.
Dieser gänzlich friedlichen Funktion steht ein geradezu
martialischer Entstehungsprozess gegenüber: Fuchs hat
die Gardisten mit einer Kettensäge zurechtgeschnitten,
bevor er sie schnitzte, das Holz stammt von Pappeln und
Linden aus dem Kölner Stadtwald, die bei einer der
üblichen Flurbereinigungen gefällt wurden. Durch
die comichaft-überzeichneten Gesichter, die Heike Haupt
den Figuren verpasst hat, bekommt die Motivation der "Friedensarmee"
zudem den Anschein des Naiven: Reichen ein gefrorenes Lächeln,
ein fröhliches Gesicht aus, um die Botschaft von Frieden
zu verbreiten? Die Antwort liegt, wie so oft, im Auge des
Betrachters.
Man
mag überwältigt sein von dem imposanten Anblick
der 111 Holzgardisten, wie sie da reglos eine verkehrte,
eine bessere Welt beschwören, wie sie eine Armee darstellen,
die von Kindern mit offenen Armen empfangen wird. Und vielleicht
auch von jenen, die den Glauben an eine Welt ohne Kriege,
ohne Leid nicht aufgegeben haben. Letztendlich ist Fuchs
und Haupt ein Projekt gelungen, dass vor allem eins vermittelt:
Hoffnung.
"Friedensarmee"
in sozialer Mission.
Fuchs
und Haupt belassen es allerdings nicht beim bloßen
Vermitteln: Die Figuren können erworben werden, die
darüberhinaus geleistete, freiwillige Spende geht an
die Aktion "wir helfen" des "Kölner
Stadt-Anzeiger", die Kinder und Jugendliche in Not
unterstützt. Ziel ist eine Spende von 111 000 Euro.
Die meisten Exemplare haben bereits einen Besitzer gefunden
und werden Aschermittwoch 2014, nach Abschluss der Mission,
den Eigentümern übergeben. Bis es soweit ist,
geht die "Friedensarmee" auf Reisen.
Christian Leinweber, 2013
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